Neustrukturierung des Geschäftsstellennetzes der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG – trotz kleinerem Filialnetz nah am Kunden

Aschaffenburg, 17.03.2017

Die Raiffeisenbank Aschaffenburg eG hat sich entschieden, das Geschäftsstellennetz neu auszurichten. So werden acht Geschäftsstellen geschlossen, eine weitere in eine SB-Stelle umgewandelt und zwei Filialen neu gebaut.

Die Finanzbranche befindet sich im Umbruch. Veränderte Rahmenbedingungen an Geld- und Kapitalmärkten mit historisch niedrigen Zinsen, anwachsenden Regularien und verändertes Kundenverhalten sowie   der demografische Wandel verlangen, dass die Kostensituation der Bank auf den Prüfstand gestellt wird. Auf diese veränderte Marktsituation nicht zu reagieren, ist für die Raiffeisenbank Aschaffenburg eG unverantwortlich.

So beauftragte der Vorstand den Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB), die Wirtschaftlichkeit, das Kundenverhalten und das Potenzial der einzelnen Geschäftsstellen zu überprüfen. Die Analyse basiert auf insgesamt 600 Daten zu jeder Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG. Die Erhebung wurde von April bis September 2016 durchgeführt. Die Filialbewertung des GVB lieferte detaillierte Analysen auf Basis der Erträge und Aufwendungen der Bank. So wurden auch die Marktattraktivität und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsstelle, die Stärken und Schwächen des jeweiligen Standorts geprüft.  Diese Bewertung ermöglichte eine Darstellung von möglichen Szenarien der Umsetzung und den entsprechenden Auswirkungen und gab Empfehlungen für Umsetzungsmaßnahmen bis hin zu Standortschließungen.

Zu Beginn wurden die Rohdaten, wie zum Beispiel Kosten und Erträge, Kunden, Konten und Volumen, Konkurrenzsituation, Einkaufsmöglichkeiten, Bildungswesen, Gewerbegebiete und Grundstückspreise sowie Frequenzanalyse der Kunden und Vertriebserfolge in jeder Geschäftsstelle, erhoben. Danach wurden diese Daten analysiert, aufbereitet und in einem dritten Schritt dem Vorstand in einer Präsentation vorgetragen.

So stellte sich unter anderem heraus, dass bei einigen Geschäftsstellen Investitionen an den Gebäuden anstehen und die Erträge die laufenden Kosten nicht mehr decken. Auch die Besucherfrequenz hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Das liegt auch daran, dass die digitalen Zugangswege, wie Telefon, Online-Banking und Apps, stärker genutzt werden und ein Teil der Kundschaft schon heute von Beratern in den nächstgelegenen größeren Geschäftsstellen betreut wird und von den dort erweiterten Öffnungszeiten profitiert.

Aufgrund dieser Ergebnisse entschieden der Vorstand und der Aufsichtsrat, in engem Kontakt und unter Einbeziehung und Berücksichtigung der Vorschläge der Vertreter der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG, über eine Neustrukturierung des Geschäftsstellennetzes. So werden in zwei Etappen die Änderungen wie folgt umgesetzt:

Zum 1. Juni 2017 werden die Geschäftsstellen Strietwald, Straßbessenbach und Niedersteinbach geschlossen. Die Kunden können in Aschaffenburg Damm, Haibach und Mömbris weiterhin betreut werden. Die Geschäftsstelle in Rottenberg wird in eine SB-Stelle umgewandelt. Die Betreuung der Kunden erfolgt in der Geschäftsstelle in Hösbach.

Die Geschäftsstellen Gailbach, Schimborn, Oberbessenbach und Hösbach-Bahnhof werden zum 31. Juli 2017 geschlossen. Hier können sich die Kunden in Schweinheim, Mömbris, Haibach und Hösbach beraten und betreuen lassen.

Leider und Nilkheim teilten sich bisher das Geschäftsstellenteam und die Öffnungszeiten. Diese werden zum 31. Juli 2017 zusammengelegt. Die Raiffeisenbank zieht aus dem Gebäude in Leider aus und die Öffnungszeiten in Nilkheim werden entsprechend angepasst.

Neustrukturierung

Die betroffenen Kunden der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG wurden in einem Brief über die neue Situation informiert und werden weiterhin in einer Geschäftsstelle ihrer Wahl betreut. Dazu können sich die Kunden in einem Gespräch mit ihrem/r Berater/in informieren. Das vertraute Geschäftsstellenteam wird in der nächstgelegenen größeren Filiale für die Kunden da sein. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der vorgesehene Personalabbau aufgrund der Neustrukturierung erfolgt in den nächsten Jahren durch natürliche Fluktuation.

Die Entfernungen zwischen den oben genannten Standorten betragen oft nur wenige Kilometer, im Durchschnitt 3,4 km, und sind bei der heutigen Mobilität und der stetig wachsenden Online-Nutzung kaum ein Thema. Die Raiffeisenbank Aschaffenburg eG plant, in Ortschaften, in denen durch die Neustrukturierung keine Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker mehr vorgehalten werden, zusätzlich zu den bisherigen Leistungen, den kostenlosen Bargeldservice nach Hause und das kostenlose Zusenden der Kontoauszüge für nicht mobile oder ältere Kunden ab 70 Jahren anzubieten.

Per Online-Banking und App sowie telefonisch über das ServiceTeam erledigen inzwischen viele Kunden ihre Bankgeschäfte bequem von jedem beliebigen Ort aus. Die SB-Standorte und das Internet-Angebot stehen den Kunden rund um die Uhr zur Verfügung. Die Öffnungszeiten der verbleibenden Geschäftsstellen werden nach einer Kundenbefragung, die im Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt geplant ist, den Kundenwünschen angepasst.

Die Vorschläge der Vertreter, in Straßbessenbach, Gailbach und Hösbach-Bahnhof Geldautomaten in den Räumlichkeiten von Einzelhändlern bzw. leerstehenden Gebäuden aufzustellen, werden derzeit geprüft und verhandelt. Weiterhin sucht die Raiffeisenbank verkehrsgünstige Standorte für weitere Geldautomaten.

Das Institut unterhält nach der Neustrukturierung neben der Hauptstelle an der Glattbacher Überfahrt in Aschaffenburg, 15 Filialen und mindestens acht Geldautomaten- bzw. SB-Stellen und damit eine weiterhin sehr hohe Dichte in seinem Geschäftsgebiet.

Die Raiffeisenbank Aschaffenburg eG wird ihre strategische Ausrichtung auf Schwerpunkte wie Investitionen in die Mitarbeiter, um somit eine weiterhin qualifizierte Beratung für die Mitglieder und Kunden sicherzustellen, und die digitalen Zugangswege für Bankdienstleistungen über Internet und Smartphone legen.

Zudem plant die Bank in stark frequentierten Standorten – insbesondere in zeitgemäße Beratungsmöglichkeiten – zu investieren. So werden derzeit in Obernau und in Glattbach neue Gebäude mit modernster Technik und Ausstattung für unsere Geschäftsstellen errichtet.

Das Geschäftsstellennetz verändert sich, ohne die Präsenz in der Region und damit unsere dezentrale Struktur völlig infrage zu stellen. Die Entscheidung darüber, diesen Schritt zu gehen, ist dem Vorstand, den Aufsichtsräten und den Vertretern nicht leichtgefallen. Zumal die kundenorientierte Bank seit vielen Jahrzehnten an diesen Standorten Geschäftsstellen unterhalten konnte.

„Wir werden die Nähe zu unseren Kunden durch das persönliche Gespräch, verbesserte Beratungsmöglichkeiten sowie unser ganzheitliches Beratungskonzept weiter optimieren.  Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und allen Mitgliedern sehr ernst und sind deshalb verpflichtet, wirtschaftlich sinnvoll und zukunftsorientiert zu handeln“, so Claus Jäger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Aschaffenburg eG.